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asianfilmweb • Filme • Cold Fish (JP 2010)
FILMEJP • COLD FISH
COLD FISH •

     JAPAN 2010

CAST & CREW
REGIE Sion Sono
DARSTELLERMitsuru Fukikoshi, Megumi Kagurazaka, Hikari Kajiwara, Makoto Ashikawa, Denden, Lorena Kotô, Asuka Kurosawa, Aiko Murata, Masaki Miura, Jyonmyon Pe, Suwaru Ryû, Masahiko Sakata, Tarô Suwa, Tetsu Watanabe
PRODUZENTYoshinori Chiba, Toshiki Kimura
SCRIPT/BUCHSion Sono, Yoshiki Takahashi
MUSIKTomohide Harada

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD Cold Fish

DeutschlandRapid Eye Movies • FSK kJ •
 2,35:1 anamorph
 japanisch DD 5.1
 deutsch
 Making Of, Kinotrailer

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
144 Minuten

FILMINHALT
Taeko (Kagurazaka) führt eine unglückliche Ehe mit Shamoto (Fukikoshi), dem Inhaber einer Tierhandlung für tropische Zierfische. Shamotos rebellische Tochter aus erster Ehe, Mitsuko (Kajiwara), macht der jungen, hübschen Stiefmutter das Leben schwer. Als Mitusko beim Ladendiebstahl erwischt wird, sind die tief beschämten Eltern zunächst froh und dankbar, dass sich der Ladeninhaber Murata (Denden) erstaunlich nachgiebig und freundschaftlich zeigt. Doch der steinreiche Konkurrent, der ebenfalls eine Tierhandlung mit Tropenfischen besitzt, hat einen hinterhältigen Plan ausgeheckt Shamoto manipulieren zu können. Schon bald ist nicht nur Mitsuko und Taeko eingewickelt, sondern Shamoto sieht sich bedroht zu Muratas Mordkomplizen auserkoren. Der zurückhaltende Mann verliert mehr und mehr den Boden unter den Füssen und sieht sich hilflos damit konfrontiert, dass Murata ein psychopathischer und sadistischer Serienmörder ist, der seine Opfer laut lachend zu Fischfutter verarbeitet. Kann Shamoto sich und seine Liebsten vor dem Wahnsinnigen retten, seinen Kopf aus der Schlinge ziehen?

FILMREZENSION VON DANIEL FRICK
Die Messlatte für Sion Sono war hoch gelegt nach dem überaus erfolgreichen und preisgekrönten "Love Exposure", einem Festschmaus an Innovation und Kreativität, opulenter Optik und einem sehr gelungenen Drehbuch. "Cold Fish" hat es wohl alleine schon deshalb schwer, weil die Erwartungen daher sehr hoch liegen. Und auch wenn der Vorgänger auch seine deftig-blutigen Szenen hatte, kam der ganze Film dann wegen seiner formalen und inhaltlichen Vielschichtigkeit doch mit einer erstaunlichen Leichtigkeit daher. Die ähnliche Handschrift ist trotz der Tatsache, dass "Cold Fish" sich formal-stilistisch wesentlich geradliniger gibt als "Love Exposure" dennoch nicht zu übersehen. Sono kann ein genialer Blick für hochästhetische Filmausstattung und Kameraeinstellungen nicht abgesprochen werden, auch "Cold Fish" ist ein technisch und atmosphärisch brillanter Film. Noch mehr loben muss man an dieser Stelle die Darsteller. Die Besetzung war beim Vorgänger ebenfalls gelungen und glaubhaft - bei "Cold Fish" sind die Darsteller überragend. Egal ob der spiessige Loser Shamoto, der schrille Murata oder seine völlig abhängige Frau Aiko (Kurosawa) - die Schauspielkunst wird in diesem Film zelebriert. Dies sorgt dafür, keine Frage, dass die ganze Gewaltexzesse und Demütigungen spürbar "echt" herüberkommen - selbst wenn an manchen Stellen dann das Overacting durchbricht. Das ist die eine Seite, doch zurück zur faszinierenden "Leichtigkeit" vom "Love Exposure":

"Cold Fish" hat keine Leichtigkeit. Statt dessen Melancholie, Sadismus, sexuelle Obsession, beinahe jede andere denkbare Form von physischer und psychischer Gewalt und daher natürlich auch sehr viel, viel Blut. Der explizit gezeigte und auch in Dialogen thematisierte Nihilismus durchzieht den ganzen Film in einer solch stoischen Konsequenz, dass man es einerseits fast schon wieder bewundern könnte. Allein - die Lebensverneinende Aussage des Films und die damit wohl in Zusammenhang stehende eindimensionale Religions- bzw. Gotteskritik macht es mir sehr schwer, den Film zu mögen. Gesellschaftskritik und -satire, den Zuschauer konfrontieren und mitleiden lassen - das sind für sich ja alles löbliche Stilmittel in Kunst und Kultur. Aber wenn der Regisseur doch eigentlich schon sein abschliessendes und konsequentes Urteil über die Abgründe der (Un)menschlichkeit getroffen hat und dieses einem filmischem Pamphlet gleich seinen Zuschauern gnadenlos konfrontativ mit blutigen Gedärmen um die Ohren haut: Wo bleibt dann noch Raum für den kulturellen Aspekt der Auseinandersetzung mit der Gesellschaft und den darin lebenden Menschen? Die explizit und ausführlich gezeigten und sehr realistisch wirkenden Splatter-Szenen der Leichenzerstückelung, die Vergewaltigungen und Demütigungen der Frauen - das war dann doch auch für mich etwas zu viel des Guten, zumal der Film (vor allen an diesen Stellen) mit fast zweieinhalb Stunden einfach auch zu lange geraten ist.

Abschliessendes Fazit und ausdrückliche Warnung: "Cold Fish" enthält zahlreiche sehr, sehr schwerverdauliche Szenen bei denen ich mich frage, wie der Film eine Indizierung durch die Jugendschutzbehörden verhindern konnte und die nicht Zartbesaiteten schwer auf den Magen schlagen dürften. Kinderseelen sollten daher lieber einen Bogen um dieses Stück Film machen. Wer Splatter, Gesellschaftskritik und tadellose Schauspielkunst in einem Film unkonventionell und ohne Schranken und Tabus vereinigt sehen möchte - nur zu! Denn ein schlechter Film ist "Cold Fish" nicht - er hat eben nur seine "Abers", die je nach Geschmack unterschiedlich stark ausfallen dürften. Für mich vor allem im Hinblick auf die eingangs erwähnte hohe Messlatte durch "Love Exposure" dann doch etwas enttäuschend. Und gleichzeitig wird es mich nicht daran hindern, mir weitere alte und zukünftige Werke von Sono anzusehen.



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7.7/10 bei 6 Stimmen. .
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