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asianfilmweb • Filme • Hara-Kiri: Death Of A Samurai (JP 2011) • Hara-Kiri, Harakiri
FILMEJP • HARA-KIRI: DEATH OF A SAMURAI
HARA-KIRI: DEATH OF A SAMURAI •

     aka HARA-KIRI, HARAKIRI
     JAPAN 2011

CAST & CREW
REGIE Takashi Miike
DARSTELLERKôji Yakusho, Eita, Naoto Takenaka, Hikari Mitsushima, Ebizô Ichikawa, Kazuki Namioka, Munetaka Aoki, Hirofumi Arai, Takashi Sasano, Ayumu Saitô, Goro Daimon, Baijaku Nakamura, Takehiro Hira, Yoshihisa Amano, Ippei Takahashi
PRODUZENTToshiaki Nakazawa, Jeremy Thomas
SCRIPT/BUCHKikumi Yamagishi, Yasuhiko Takiguchi
MUSIKRyûichi Sakamoto

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
BLURAY Hara-Kiri

DeutschlandAscot Elite • FSK 16 •
 2,35:1 anamorph (HD 1080p)
 deutsch dts-HD 5.1 MA, japanisch dts-HD 5.1 MA
 deutsch
 Making of, Interviews, Deleted Scenes, HARA KIRI von...
WEITERE VÖ
AKTUELLSTE VÖ
 BLURAYHara-Kiri 3DDeutschlandAscot Elite 
 DVDHara-KiriDeutschlandAscot Elite 
 BLURAYHara-Kiri - Special EditionDeutschlandAscot Elite 

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
126 Minuten

FILMINHALT
Der verarmte Ronin Hanshiro Tsugumo (Ebizo Ichikawa) klopft mit einem ungewöhnlichen Wunsch an das Burgtor des Fürsten Li. Mit entschlossener Miene trägt er vor, dass er in Ermangelung eines eigenen Fürsten im Hof des fürstlichen Anwesens Li seinem armen und elenden Leben auf ehrenvolle Weise ein Ende setzen möchte, indem er Hara-Kiri, die rituelle Selbsttötung mit dem Samurai-Schwert begeht. Der Verwalter des Fürsten, Kageyu Saito (Koji Yakusho) empfängt mit der gebotenen Ehrerbietung den Samurai und ist eigentlich gewillt, ihm seinen Wunsch zu erfüllen. Er wird jedoch stutzig, als Tsugumo als letzten Wunsch verlangt, nur einen von drei namentlich erwähnten Samurai aus dem Haushalt des Fürsten als Sekundanten für das Ritual zu akzeptieren. Noch mysteriöser wird es, als genau diese drei Samurai trotz intensiver Suche unauffindbar bleiben. Tsugumo erzählt Kageyu im Folgenden seine Geschichte, in der schon bald klar wird, welche persönlichen Motive ihn wirklich in das fürstliche Anwesen geführt haben...

FILMREZENSION VON DANIEL FRICK
Nach der tadellosen Umsetzung Miikes von "13 Assassins", ebenfalls das Remake eines Chambara aus den 1960er Jahren, war ich besonders gespannt auf "Hara-Kiri", der beim Filmfestival in Cannes 2011 seine Premiere feierte und nun auf DVD erschienen ist. Zunächst sollte man wissen, dass sich die beiden Filme trotz vieler formaler Ähnlichkeiten inhaltlich doch recht stark unterscheiden. Sie teilen sich zwar das Filmgenre, den Regisseur, die Produzenten und mit Koji Yakusho sogar einen der Hauptdarsteller, doch während "13 Assassins" mit seiner Geschichte stark in der Tradition des Klassikers "Die sieben Samurai" steht (inklusive der absolut spektakulär inszenierten Schlachtenszene am Ende), ist "Hara-Kiri" ein stilles aber spannend erzähltes Drama. Die Rahmenhandlung um Tsugumo beinhaltet seine eigene Lebensgeschichte, und das ist vor allem die Geschichte seiner Tochter Miho (Hikari Mitsushima) und seinem Stiefsohn Motome (Eita). Der Film wird also zeitlich ungeordnet erzählt, beginnt kurz vor dem Ende und macht dann zwei sehr lange Rückblicke, um die zum Schluss folgenden Geschehnisse zu beleuchten, die dann ganz nach klassischer Erzähldramatik den Höhepunkt der Handlung bilden. Der Mittelteil nimmt sich viel Zeit, manch einem wird es womöglich zu viel Zeit sein. Auch wenn ich diesen Standpunkt nicht teile: der Film wäre vermutlich auch gelungen, wenn an der einen oder anderen Stelle die Schere angesetzt worden wäre. Auf der anderen Seite lebt von den manchmal schier quälend langen Einstellungen auch die besondere Stimmung im Film, die vor allem zu Beginn sehr unheilschwanger und rätselhaft ist und dann nach Aufklärung einiger Fragen ins dramatische schwenkt. "Hara-Kiri" fällt als Drama deutlich aus dem Rahmen vieler anderer stereotyper Action-Samuraifilme und stellt mit seiner Gesamtaussage das vermeintliche Heldentum und die Ehrbarkeit der Samurai-Ära stark in Frage. Er reiht sich mit diesem dramatischen Ansatz im Jidai-Geki-Setting ein in das Samuraifilm-Revival der letzten Jahre um Yoji Yamadas Samurai-Trilogie, mit dem Unterschied dass "Hara-Kiri" ein Remake des gleichnamigen Chambara von Masaki Kobayashi aus dem Jahr 1962 ist. Ein sehr originalgetreues Remake übrigens, das nur in wenigen Details von der Handlung der Vorlage abweicht.

Wie auch in Yamadas Filmen (The Hidden Blade, Twilight Samurai u.a.) der letzten Jahre wird das Mythos vom ehrenhaften und glanzvollen Leben der Samurai desintegriert und legt vielmehr den Schwerpunkt auf die realistischen Härten des Lebens der einfachen Menschen der Edo-Epoche, die mit Ehre nichts zu tun haben und von ihr auch nicht überwunden werden können, wie es Tsugumo kurz vor dem Höhepunkt der Handlung auf den Punkt bringt:

"Das Leben eines Samurai hängt ausnahmslos von den unvorhersehbaren Wendungen des Schicksals ab, die ihn zu Ruhm oder in den Abgrund führen. So einfach ist das."

Diesem nihilistischen Monolog folgt als Klimax die coolste Schwertkampf-Szene, die man seit einiger Zeit im japanischen Kino gesehen haben dürfte. Cool nicht wegen der Choreographie oder dem vielen Blut - mehr sei hier nicht gesagt. Formal gesehen bleibt Miike also der in "13 Assassins" begonnenen Vorgehensweise treu, die Geschichten seiner Chambara-Remakes nach einem schier endlos quälenden Zusteuern auf das Ende in einer eruptiven Kampfszene aufzulösen, auch wenn diese inhaltlich wiederum völlig anders aussieht als in "13 Assassins", aber genauso gefällt. Handwerklich ist der Film anstandslos sauber umgesetzt, besonders sticht die stilvolle Ausstattung ins geschmeichelte Auge. Hinzu kommt als Plus aber vor allem, dass der Film eine Aussage macht, die das gesellschaftliche Bild der Samurai-Ära sowohl in Japan als aus das durch Action-Filme geprägte Bild im Westen auf ansehnliche Art und Weise reflektiert. Kulturell bedeutsam also und dazu noch schön anzusehen und gelungen erzählt.



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