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asianfilmweb • Filme • Irezumi (JP 1966)
FILMEJP • IREZUMI
IREZUMI •

     aka IREZUMI - SPIDER TATTOO
     JAPAN 1966

CAST & CREW
REGIE Yasuzo Masumura
DARSTELLERAyako Wakao, Akio Hasegawa, Gaku Yamamoto, Kei Sato, Reiko Fujiwara, Kikue Môri, Fujio Suga, Asao Uchida
SCRIPT/BUCHKaneto Shindô, Junichirô Tanizaki
MUSIKHikaru Hayashi

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD Irezumi - Spider Tattoo

DeutschlandRapid Eye Movies • FSK 16 •
 2,35:1 anamorph
 japanisch DD 2.0
 deutsch
 Trailer, Postkarten, Faltposter

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
86 Minuten

FILMINHALT
Bevor die aus wohlhabendem Hause stammende Otsuya (Ayako Wakao) verheiratet werden soll, brennt sie mit Shinsuke (Akio Hasegawa), einem Bediensteten ihres Vaters, durch. Unterschlupf findet das junge Liebespaar bei Gonji, einem vermeintlichen Freund der Familie. Doch Gonji setzt einen Mörder auf Shinsuke an und verkauft Otsuya an ein Geisha-Haus. Um ihre Anziehungskraft zu steigern, verziert man ihren Rücken mit der übergroßen Tätowierung einer männerfressenden Spinne. Von nun an als berühmte Geisha von der Männerwelt begehrt, spannt Tsuya, wie die Spinne auf ihrem Rücken, ein Netz aus, Mord und Intrigen, um sich an ihren Peinigern zu rächen.

FILMREZENSION VON LAGO
Regisseur Yasuzo Masumura inszenierte mit "Irezumi - Spider Tattoo" einen unglaublich stilvollen Thriller, welcher ursprünglich auf der Vorlage einer Kurzgeschichte von Junichiro Tanizaki basiert, welcher diese Geschichte sogar weit über 50 Jahren bevor Masumura 1966 "Irezumi" in die japanischen Lichtspielhäuser brachte, schrieb. Kaneto Shindo überarbeitete diese Geschichte Tanizakis zu einem Drehbuch, woraus letztendlich Masumura den Film drehte. Dies wäre eigentlich zugleich der größte Kritikpunkt des Films, welchen man einfach diesen Ursprung anmerkt. Die Story ist schnell erzählt und mit rund 85 Minuten ist der Film auch nicht besonders lang, füllt die Kurzgeschichte somit aber mehr als gut aus. Großer Pluspunkt ist hingegen die unglaubliche Atmosphäre, die der Film ausstrahlt. Direkt zu Anfang wird man sofort in das Geschehen "geworfen": Tsuya wehrt sich vor dem Tätowierer, doch vergebens, er betäubt sie und beginnt sein nahezu teuflisches Werk. Dazu kommt der tolle Stil Masumuras, die Geschichte in einfach wunderschön festgehaltenen Bildern zu erzählen und diese immer wieder mit einem akustisch sehr passenden Soundtrack zu untermalen. Die wenigen Außenaufnahmen sind einfach toll eingefangen, die alten japanischen Landschaften, Brücken und Häuser geben ein tolles Setting ab. Innerhalb der Gebäude konzentriert sich die Kamera auf die Darsteller, die ihr Werk allesamt grundsolide ablieferten. Eine besonders tiefe Charakterzeichnung ließ die Geschichte und die kurze Laufzeit des Films wohl nicht zu, so wirken die meisten Charaktere leider doch etwas stereotyp. Zudem sind ein, zwei Szenen vorhanden, bei denen man doch die Handlung hinterfragt bzw. ein Logikloch findet. Dafür wiederum wird man auch durch die flotte und gelungene Erzählweise und der dichten Atmosphäre doch vom Geschehen gefesselt und fiebert dem bitterbösen Finale hinzu. Insgesamt ein tolles Werk mit kleinen Schwächen, über die man aber als Fan der "Nippon Classics" hinwegsehen und dieses kleine, visuelle (Fast-)Meisterwerk zumindest einmal gesehen haben sollte.

FILMREZENSION VON DANIEL FRICK
Die Geschichte um das Spinnen-Tattoo stammt aus der Feder des bekannten japanischen Schrifstellers Junichiro Tanizaki und Regisseur Masumura. Letzterer zählt als der erste Regisseur, der (als Schüler von Fellini und Antonioni) eine Filmhochschule in Europa besuchte und gilt als ein Wegbereiter der Nouvelle Vague im japanischen Film. Sowohl stilistisch als auch inhaltlich ist Masumuras Werk "Irezumi" (jap. für "Tätowierung") die Vorreiterrolle für die japanischen Exploitationfilme ("Sasori" u.a.) deutlich anzusehen. Masumura "malt" seinen Film regelrecht, Farben spielen im Vergleich zu heutigen Filmen eine überragende Rolle beim ästhetischen Ausdruck. Gewalt, Unterdrückung und Rache sind die inhaltlich beherrschenden Themen des Filmes. Interessant dabei ist neben der gesellschaftlich-emanzipatorischen Relevanz vor allen Dingen eine narrative Besonderheit: Wenn Otsuya verprügelt wird, hat der Film eine verstörende Authentizität, wenn sie unter dem Einfluss des Spinnentattoos ihre Intrigen wie ein sprichwörtliches Netz spinnt, eine fast sphärische Transzendenz. Die spannende und durch das intensive Spiel der Darsteller allgegenwärtige Frage, ob Otsuya nun auf ähnlich raffinierte Art wie ein Graf von Montechristo ihre Rache zelebriert oder aber letztlich selbst unter dem Fluch des Brandmals steht, beschäftigt einen über die gesamte Spieldauer des Films. Im überraschend-düsteren Ende wird diese jedoch aufgelöst und auch das Hintergrundwissen, welche Bedeutung Tätowierungen in den verschiedensten Gesellschaften hatten und haben, gibt eine klare Tendenz zur Beantwortung dieser Frage an. Im Rahmen der Wiederentdeckung japanischer Filmklassiker wurde der Film im Rahmen der "Nippon Classics"-Reihe des Kölner Labels Rapideyemovies aufwändig überarbeitet und ein über 40 Jahre altes Filmgemälde dem deutschen Filmpublikum erstmals zugängig gemacht.



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