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asianfilmweb • Filme • The Lunatics (HK 1986)
FILMEHK • THE LUNATICS
THE LUNATICS •

     HONG KONG 1986

CAST & CREW
REGIE Derek Yee
DARSTELLERTony Leung Chiu-Wai, Deannie Yip, Stanley Fung Shui-Fan, Chow Yun-Fat, Paul Chun Pui, John Sham, Dennis Chan Kwok-San, Season Ma

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD The Lunatics

HongkongJoy Sales
 1,78:1 anamorph
 kantonesisch DD 2.0, mandarin DD 2.0
 englisch, chinesisch
 1,78:1 anamorph · kantonesisch DD2.0, mandarin DD2.0 ·...

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
87 Minuten

FILMINHALT
Mit ein paar kleinen Missverständnissen fängt es an und plötzlich ist die Lage eskaliert: Eine ganze Markthalle ist völlig menschenleer, bis auf den geistig zurückgebliebenen Doggie (Tony Leung Chiu-Wai), der sich mit einem Hackmesser in der Hand von den anderen nicht richtig verstanden fühlt. Verschärft wird die Lage durch seine ungewollte Geiselnahme einer Marktbesucherin, die beim Anblick des Verrückten mit dem Messer in Ohnmacht fällt. Der Tatort wird hermetisch abgeriegelt, bis endlich Herr Tsui (Stanley Fung) eintrifft und sich einen Weg durch die Menschenmenge aus tatkräftigen Polizisten, dutzenden Journalisten und hunderten Schaulustigen bahnt. Der Sozialarbeiter kennt den Zurückgebliebenen, als einen seiner häufigsten Fälle, bereits jahrelang. So gelingt es ihm irgendwie der Lage Herr zu werden und Doggie kann mit der Polizei abgeführt werden. Der Heldenmut und das Gespür für Menschliches beeindrucken, die Journalistin Lau (Deannie Yip), die dem Schauspiel aus sicherer Entfernung beiwohnt. Bereits am nächsten Tag erteilt ihr Tsuis Chef die Erlaubnis, diesen bei seiner täglichen Arbeit zu begleiten um vermarktungswürdige Geschichten in Erfahrung zu bringen und die Arbeitsbedingungen im sozialen Dienst beleuchten zu können. Nicht zuletzt so manch gemeinsam durch gestandene Gefahr bringt, den zunächst nicht so recht begeisterten Tsui näher an Lau heran. In einer lauen Nacht über den Dächern Hongkongs offenbart er ihr schließlich sein Vorhaben Aufzuhören. Die hohe mentale Belastung stellt ebenso einen triftigen Grund zu kündigen dar, wie die Tatsache, dass er nach 20 Jahren harter Arbeit, bloß eine Erfolgsstory erzählen kann: Die Geschichte vom geheilten Tsuen (Paul Chun Pui). Dass die Rente jedoch warten muss, steht fest, als auch dieser rückfällig wird, nachdem man ihm gänzlich verbietet seinen Sohn sehen zu dürfen. Tsuen beginnt reihenweise Hühner zu strangulieren und als seine Mitbewohner einen von Lau verfassten Artikel aus Angst falsch interpretieren, sehen sie in Tsuen eine Gefahr und treiben ihn in eine Situation, in der ihn nur noch der Wahnsinn retten kann. Oder Tsui...

FILMREZENSION VON RICHARD REICHER
Mit The Lunatics widmet sich Derek Yee dem Problemthema der Ausgrenzung. Bereits in dieser, seiner ersten Regiearbeit, ist sein Gespür für das unendlich Menschliche, für die lebensnahen Geschichten, die einem zu Herzen gehen, sichtbar. Gerade der Ex Shaw Brothers Star der zunächst als stoischer Schwert-schwingender Leinwandheld auf sich aufmerksam machte, sollte sich zu einem von Hongkongs wichtigsten und vor allem gesellschaftskritischsten Filmemachern entwickeln. Man könnte ihn also durchaus als das chinesische Pendant zu Clint Eastwood bezeichnen. Nun ist aller Anfang bekanntlich schwer, doch, trotz schwierig und mutig gewählten Themas, ist The Lunatics auf ganzer Linie erfolgreich. Den Grundstein markiert das makellos konzipierte Drehbuch. Dieses balanciert seine wichtigen Aussagen sehr gut, ist nicht überladen, so dass sich nicht alles wie eine Dokumentation anfühlen muss. Nein, die Geschichte wird durch ihre eindrucksvollen Charaktere erzählt und damit umso emotionaler aufgenommen. In denkbar lebensnahen Szenarien beleuchtet der Film, das Leben der Ausgegrenzten, seien es Bettler oder geistig Verwirrte, das oft zwischen den Straßen Hongkongs und der Nervenklinik pendelt. Nicht zuletzt versucht der Film neben den vielen Problemen, die sich diesen Menschen im täglichen Leben stellen vor allem die Frage nach dem Warum in den Vordergrund zu rücken. Warum gibt es diese Randgruppen? Von all den kleinen Faktoren einmal abgesehen ist es nicht zuletzt unsere Gesellschaft, die diese Menschen zu dem macht was sie sind. Zumindest müssen wir uns den Vorwurf gefallen lassen, dass wir aufgrund unserer Vorurteile, wonach geistig Gestrandete ihre Krankheit wie ein Schild vor sich her tragen müssten, so manchen Heilungsprozess gar nicht erst wahr haben wollen. Dass wir in geistig labilen Menschen eine Bedrohung sehen und wie wir sie uns dadurch zur tatsächlichen Bedrohung machen können, zeigt der Film einfach aber gekonnt durch eine kurze aber bemerkenswerte Performance des jungen Tony Leung. Seine Figur, ein geisteskranker Streuner, nimmt in die Hand, was immer sein Gegenüber ihm entgegenstreckt. Bei einem sich bedroht fühlenden Fischverkäufer wäre das etwa ein Filetiermesser. Insgesamt bleibt keine der im Film vorkommenden Figuren farblos, schon gar nicht der wunderbar glaubhaft und bald besessen spielende Paul Chun, der sich mehr große Rollen verdient hätte. Nicht einmal die reichlich klischeebesetzte Rolle von Deannie Yip als Journalistin gestaltet sich uninteressant. Alle wichtigen Charaktere haben genügend Identifikationspunkte oder zumindest Geschichte um interessant zu sein. Die große Überraschung ist wohl Fung Shui Fan, der es tatsächlich vermag einen (ernsten) Film als Hauptdarsteller zu tragen. Und eben weil auf geschichtlicher und emotionaler Ebene soviel geboten wird und der Film bald immer schauriger und düsterer wird, muss man hier nicht noch extra die wunderbare Bildkomposition, visuelle Spielereien oder die akribisch gewählten Locations lobend hervorheben. Das Filmblut etwa, ist hier nicht einfach nur Blut, nein es ist mehr wie ein Bild gewordenes Gefühl, das neben all den anderen Aspekten visueller Natur nur einen Teil zu diesem ungeheuer dichten, atmosphärischen Filmerlebnis beitragen. The Lunatics ist ein bitterböses Drama, dessen Geschichte sich, sobald sie dorthin zurückkehrt wo sie begonnen hat, wie ein Kreis schließt, wodurch rein moralisch und emotional gesehen alles perfekt Sinn macht. Diese Ausgeglichenheit hat der Film selbst einem von Regisseur Yee späteren, vielfach ausgezeichneten und nicht minder empfehlenswerten Werk wie C'est la vie mon Cherie vielleicht sogar voraus. Ein weiterer Problemfilm des Regisseurs, der Drogenthriller Protege könnte sich in Sachen ausgeklügeltes Drehbuch ebenfalls eine Scheibe abschneiden. The Lunatics ist ein Drama erster Klasse und ein wirklich starkes Regiedebut für Derek Yee. Unbedingt empfohlen.



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