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asianfilmweb • Filme • Marebito (JP 2004)
FILMEJP • MAREBITO
MAREBITO

     JAPAN 2004

CAST & CREW
REGIE Takashi Shimizu
DARSTELLERShinya Tsukamoto, Tomomi Miyashita, Kazuhiro Nakahara, Miho Ninagawa, Shun Sugata

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
 Rezension des Titels vorhanden
DVD Marebito

DeutschlandAlamode Film
 1,85:1 anamorph · deutsch DD5.1, japanisch DD2.0 ·...

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
92 Minuten

FILMINHALT
Durch Zufall filmt der freischaffende Kameramann Masuoko einen Selbstmord in der Tokyoter U-Bahn, bei dem sich ein Mann mit einem Gegenstand in die Augen sticht. Zuhause sieht sich Masuoko das Band immer und immer wieder an, fasziniert vom Blick des Mannes fragt er sich, was der Selbstmörder wohl gesehen haben muss, denn in seinen Augen spiegelte sich der pure Schrecken wieder. Masuoko kehrt an den Ort des Geschehens zurück und findet eine Tür vor, welche ihn in ein Tunnelsystem unterhalb Tokyos führt. Dort begegnet er dem Selbstmörder, der Masuoko schließlich in eine andere Welt führt. Masuoko findet dort eine nackte, an einen Felsen gekettete, junge Frau vor. Ohne jeglichen Übergang befinden wir uns plötzlich wieder in Masuokos Wohnung, die junge Frau hat er zu sich genommen. Das Mädchen redet nicht, hat Fangzähne, bewegt sich wie ein Tier und verweigert jegliche Nahrungsaufnahme. Masuoko wird fortan von einer Frau und einem mysteriösen Mann verfolgt. Er erhält Anrufe und wird dazu aufgefordert, das Mädchen zurückzubringen, weil sie sonst sterben würde und weil es nicht richtig wäre, sie in diese Welt zu bringen. Durch einen Zufall bemerkt Masuoko bald, dass sich das Mädchen von Blut zu ernähren scheint. Zunächst versucht es Masuoko mit Tierblut, später beginnt er Menschenblut zu besorgen und schreckt dabei auch vor Morden nicht zurück...

FILMREZENSION VON ALEXANDER KOSCHNY
Takashi Shimizu wurde in erster Linie durch seine Ju-On Reihe bekannt. Von den einen gelobt, von den anderen als plakative Geldmacherei abgetan, geniesst Shimizu einen eher zwiespältigen Ruf. Für die Hauptrolle in Marbebito gelang es ihm, den experimentellen Regisseur Shinja Tsukamoto (Regie: A Snake Of June, Tetsuo, Gemini...) für die Hauptrolle zu gewinnen. Anscheinend hatte Tsukamoto Einfluss auf seinen jungen Kollegen, vielleicht sogar zuviel... Aber alles der Reihe nach. Zunächst muss gesagt werden, dass die Verpflichtung von Shinja Tsukamoto an einen Geniestreich grenzt. Wer Tsukamotos Filme kennt, assoziiert mit ihm Ängste, Zwänge, kranke Fantasien und nicht selten auch die Grenze zum Wahnsinn. Wenn auch eher unbewusst, projiziert man dies alles in den Kameramann Takuyoshi Masuoko, die Hauptfigur des Films. Auch die junge Schauspielerin Tomomi Miyashita kann, in ihrer erst zweiten Filmrolle, gänzlich überzeugen. Ihre raubtierhaften Bewegungsabläufe und tierischen Verhaltensweisen wirken äusserst realistisch und dennoch wirkt sie erschreckend attraktiv. Auf diese beiden Hauptfiguren konzentriert sich der Film. Marebito wurde für umgerechnet schlappe 50.000? gedreht und man kann zwar nicht zwingend behaupten, dass er nach deutlich mehr aussieht, aber dennoch kann der Film auf formaler Ebene überzeugen. Oft lässt uns Shimizu die Welt durch die Augen bzw. die Kamera seiner Hauptfigur sehen. Dieser, an "The Blair Witch Project" erinnernde, Dokustil, lässt den Film zusätzlich realistisch wirken, so dass wir das Auftreten fantastischer Elemente in dieser realen Welt nicht als Fremdkörper wahrnehmen, sondern ohne weiteres annehmen können. Shimizu kreiert eine äusserst dichte Atmosphäre und versteht es, eine ordentliche Gänsehaut beim Zuschauer zu erzeugen. Dies schafft er nicht nur durch die typischen Gruselemente, sondern auch durch seine schrecklich einsam wirkende Hauptfigur. Über weite Strecken verzichtet Shimizu dabei auf Gewaltszenen, die wenigen, dann aber wirklich expliziten Gewaltausbrüche, schockieren dadurch umso mehr. Obwohl Takashi Shimzu Marebito überzeugend inszeniert hat, scheitert er letzten Endes doch am Drehbuch. Japan ist nicht Hollywood, wo dem Kinogänger oftmals kein Funken Intelligenz zugetraut wird und jedes Detail haarklein erklärt werden muss. Marebito geht hier den genau umgekehrten Weg, begibt sich dadurch aber, trotz seiner Konsequenz, aufs Glatteis. Shimizu erklärt nichts, rein gar nichts. Das mag einen gewissen Reiz ausmachen, andererseits ist es aber auch frustrierend. Handlungselemente und Figuren werden eingeführt, und dann plötzlich wieder fallengelassen, ohne dass wir jemals etwas über ihre Bedeutung erfahren. So wirkt der Film oftmals wie ein Puzzle mit Teilen, die dort einfach nicht hineinpassen. Gegen Ende versucht es Shimizu dann noch mit einem interessanten Twist, der aber leider auch nicht funktioniert, denn am Schluss des Films wird nicht klar, ob dies nun wirklich ein Twist in der Handlung war, oder eben doch nicht. Das ist schade, John Carpenter greift in "Die Mächte des Wahnsinns" eine ähnliche Thematik auf, wenn auch deutlich geradliniger, jedoch wird man bei diesem Film nicht derart unbefriedigt zurückgelassen, wie es bei Marebito der Fall ist. Man hätte sich mehr Zeit für das Drehbuch lassen sollen, in seiner jetzigen Form geht Marebito leider oftmals der höhere Sinn verloren. Letztendlich bleibt Marebito also für diejenigen empfehlenswert, die sich gerne den ein oder anderen Schauer über den Rücken jagen lassen und kein Problem mit Rätseln haben, für die es keine Lösung gibt.



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6.8/10 bei 6 Stimmen. .
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