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asianfilmweb • Filme • Mystery (CN 2012)
FILMECN • MYSTERY
MYSTERY •

     CHINA 2012

CAST & CREW
REGIE Lou Ye
DARSTELLERHao Lei, Qi Xi, Qin Hao, Zu Feng, Zhu Yawen, Chang Fang-Yuan, Qu Ying, Du Yan-Lin
PRODUZENTKristina Larsen
SCRIPT/BUCHLou Ye, Mei Feng, Yu Fan
MUSIKJóhann Jóhannsson, Peyman Yazdanian

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
 Rezension des Titels vorhanden
DVD Mystery

DeutschlandAlamode • FSK 16 •
 1,85:1 anamorph
 deutsch DD 5.1, mandarin DD 5.1
 deutsch
 Behind The Scenes, Trailer

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
98 Minuten

FILMINHALT
Eine junge Frau wird auf regennasser Strasse überfahren. Doch hinter dem tragischen Unfall scheint mehr zu stecken: das Opfer war die Geliebte Qiao Yongzhaos (Qin Hao), erfolgreicher Geschäftsmann und Ehemann der Industriellentochter Lu Jie (Hao Lei). Allerdings kann Kommissar Feng (Zhu Yawen) dem Ehepaar eine Verwicklung in die Angelegenheit nicht nachweisen. Während die Polizei den Fall zu den Akten legt, entdeckt Lu Jie das geheime Doppelleben ihres Ehepartners, der seit mehreren Jahren eine Beziehung mit ihrer Freundin Sang Qi (Qi Xi) zu führen scheint. Die bürgerliche Fassade fängt langsam an zu bröckeln.

FILMREZENSION VON MANUEL SAUER
Nach fünfjährigem Berufsverbot meldet sich der chinesische Filmemacher Lou Ye ("Suzhou River", "Summer Palace") mit der chinesisch-französischen Co-Produktion "Mystery", einem aktuellen, beissenden Kommentar zur chinesischen Gesellschaft, zurück. Als Mischung aus Thriller und Familiendrama getarnt und auf einen Online-Roman basierend, zeichnet der Film ein düsteres, mehrdeutiges Bild der rund 300 Millionen Chinesen umfassenden Mittelschicht, die von seinen drei Hauptcharakteren auf fast grotesk klischeehafte Weise repräsentiert wird: die kalte Tochter aus reichem Hause, die sich in Oberflächlichkeiten verliert , das verwöhnte Muttersöhnchen, das seine Minderwertigkeitskomplexe in Sex und Gewalt kanalisiert, die zurückhaltende Geliebte, die noch so grosse Erniedrigung erträgt. Lou bringt mit dem Unfall das mehr oder minder geordnete Leben dieser Charaktere ins Wanken und demaskiert im weiteren Verlauf das geordnete, glückliche, heile Leben Chinas aufstrebender Bevölkerungsschicht. Langsam, aber unaufhörlich spinnt sich die Geschichte weiter, die langsam das wahre Selbst der Protagonisten offenbart. So ist es auch kaum verwunderlich, dass die Thrillerelemente gegenüber dem Drama abfallen. Die Ermittlungsarbeit des Polizisten mag ihre Berechtigung haben, nutzt Lou sie doch um einige Spitzen gegen die chinesische Justiz aufzufahren, doch sind diese wenigen Szenen relativ uninteressant und gerade für geübte Krimiseher zu oberflächlich geraten. Es ist nicht die Tat, die im Mittelpunkt steht, es sind die Personen, deren Leben sie verändert hat.

Jian Zengs mobile, agile Handkamera ist dabei meist nah an den Figuren, fokussiert ihre Gesichter oder einzelne Körperpartien, ehe ein harter Schnitt eine neue Szene einleitet. Der Stil passt zum Inhalt, denn Lou, der auch als Produzent und Co-Drehbuchautor agierte, baut seinen Film sehr verschachtelt auf, schreckt weder vor Rückblenden noch grösseren Zeitsprüngen zurück. Das verlangt dem Zuschauer eine gewisse Aufmerksamkeit ab, jedoch wird er mit einem der besten volkschinesischen Filme der letzten Jahre belohnt.

Dazu tragen auch die sehr guten Darsteller bei, die ihren Figuren Profil und Glaubwürdigkeit verleihen. Mit einem weniger begabten Ensemble bestünde bei derart extremen, überzeichneten Charakteren die Gefahr ins parodistische oder gar alberne abzudriften, doch Hao Lei, Qi Xi und nicht zuletzt Qin Hao erschaffen glaubwürdige, vielschichte Figuren.

Das vermeintliche Happy End, unterlegt mit der chinesischen Version von Beethovens "Ode an die Freude", mit der auch der Film beginnt, ist - sinnbildlich für den ganzen Film - weitaus böser als man auf den ersten Blick meinen möchte und genau das macht den Film dann auch zu einem der besten Filme aus der Volksrepublik, die - abseits historischer Grossproduktionen - in Deutschland veröffentlicht wurden.



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