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asianfilmweb • Filme • Seediq Bale: The Flag of the Sun (TW 2011) • Warriors of the Rainbow: Seediq Bale Part I
FILMETW • SEEDIQ BALE: THE FLAG OF THE SUN
SEEDIQ BALE: THE FLAG OF THE SUN •

     aka WARRIORS OF THE RAINBOW: SEEDIQ BALE PART I
     TAIWAN 2011

CAST & CREW
REGIE Wei Te-Sheng
DARSTELLERLin Ching-Tai, Umin Boya, Masanobu Ando, Landy Wen, Irene Luo, Vivian Hsu, Tanaka Chie, Da Ching, Ma Ju-Lung, Cheng Chih-Wei, Junichi Haruta, Michio Hayashida, Yoshitaka Ishizuka, Yûichi Kimura, Sabu Kawahara
PRODUZENTJohn Woo, Terence Chang, Jimmy Huang Chih-Ming
SCRIPT/BUCHWei Te-Sheng
CHOREOGRAPHIEYang Kil-Yong
MUSIKRicky Ho Kwok-Kit

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
BLURAY Warriors Of The Rainbow

DeutschlandUniversum • FSK kJ •
 2,35:1 anamorph (HD 1080p)
 deutsch dts-HD 5.1, japanisch/seediq dts-HD 5.1
 deutsch
 Making Of
WEITERE VÖ
AKTUELLSTE VÖ
 DVDWarriors Of The RainbowDeutschlandUniversum 
 DVDWarriors Of The Rainbow: Seediq...HongkongKam & Ronson 
 DVDWarriors Of The Rainbow: Seediq...HongkongKam & Ronson 
 BLURAYWarriors Of The Rainbow: Seediq...HongkongKam & Ronson 

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
144 Minuten

FILMINHALT
Taiwan 1895: Die Japaner annektieren nach dem ersten Chinesisch-Japanischen Krieg die Insel Taiwan, die zuvor Teil des Kaiserreichs der Qing-Dynastie war. Nicht nur die chinesischen Siedler, die seit dem 16. Jahrhundert die Insel bewohnen, leisten Widerstand, auch die Ureinwohner Taiwans wehren sich gegen die Eindringlinge. In der Region um Nantou, im bergigen Zentraltaiwan, führt Mouna Rudo (Da Ching) einen Stamm Seediq, eines der vielen indigenen Völker Taiwans, an. Doch er und seine stolzen Krieger werden von mit den Japanern kollaborierenden Ureinwohnern verraten und müssen sich den neuen Machthabern beugen. 35 Jahre später ist die japanische Assimilation der Insel in vollem Gange. Auch die Ureinwohner sind Teil der Gesellschaft, leisten ihren Beitrag zur friedlichen Koexistenz, lernen Japanisch und arbeiten sogar als Polizisten für die Japaner. Doch immer wieder kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Ureinwohnern, die sich nicht unterdrücken lassen wollen, und den Kolonialherren. Mouna (jetzt Lin Ching-Tai) ist inzwischen ein gesetzter Mann, der sich von den Provokationen der Japaner nicht aus der Ruhe bringen lässt und zwischen den Parteien vermittelt. Bei einer Feierlichkeit der Seediq kommt es zu einem Zwischenfall mit einem japanischen Polizisten, der eine Spirale der Gewalt entfesselt, die kaum noch aufzuhalten ist...

FILMREZENSION VON MANUEL SAUER
Regisseur Wei Te-sheng drehte im Jahr 2008 mit Cape No. 7 den kommerziell erfolgreichsten Film Taiwans und zeigte schon mit dieser romantischen Komödie, seinem Langfilmdebüt, was für ein talentierter Regisseur in ihm steckt. Dabei war der Film als Entlastungsprojekt zu einem Epos gedacht, das der Regisseur schon seit Langem vorbereitete: Seediq Bale wurde nach gut 10 Jahren Entwicklung ein zweiteiliges, insgesamt fast viereinhalbstündiges Epos, das am Ende 25 Millionen US-Dollar kosten sollte und mit so bekannten Produzenten wie John Woo und Terence Chang werben darf.

Der geschichtliche Hintergrund von The Flag of the Sun dürfte vor allem für Zuschauer aus dem Westen neu sein, da gerade über die japanische Kolonialisierung Taiwans im Westen kaum etwas bekannt ist. So holt der Film zu Beginn erst einmal weit aus und widmet sich in der ersten dreiviertel Stunde dieser Episode. Das ist auch gut so, da man so den Film auch ohne große Vorkenntnisse der chinesischen und taiwanesischen Geschichte genießen kann.

Danach bietet der Film vielfältige und interessante Einblicke in das Leben seiner Protagonisten, auf Seiten der Japaner ebenso, wie auf Seiten der Seediq, die klar im Zentrum der Handlung stehen, und schafft so ein differenziertes Bild seiner Figuren, während die Geschichte sich langsam entfaltet. Besonders interessant ist es, den Ureinwohnern bei ihren täglichen Beschäftigungen, ihren Bräuchen und Ritualen zuzusehen, wodurch dem Zuschauer diese faszinierende Kultur näher gebracht wird. Die Japaner sind - mit Ausnahme des von Kimura Yuichi dargestellten Provinzpolizisten, der mit seinem Sadismus und gleichzeitiger Feigheit fast zur Karikatur verkommt - alles andere als nur die Bösen. Die Japaner auch als Menschen dargestellt, haben Ängste, Gefühle. Besonders am Ende wird dies nochmals mehr als deutlich.

Die Zwickmühle in denen die stolzen Ureinwohner im Dienst der japanischen Kolonialherren stecken, die Frage, ob man sich für Bildung, Wohlstand und wirtschaftliche Entwicklung einer fremden Macht unterordnen will, soll und kann, seine Jahrhunderte alten Rituale und Ideale aufgibt, sich voll und ganz assimiliert, das und noch mehr, sind die Fragen, mit denen der Film sich befasst, eine befriedigende Antwort kann und will er aber nicht darauf geben. Am Ende des Filmes muss der Zuschauer für sich selbst entscheiden wer nun Opfer und wer Täter ist und ob es diese Differenzierung in einem derartigen Konflikt überhaupt gibt. Leider muss sich der Film den Vorwurf gefallen lassen stellenweise zum Kitsch zu neigen, so gibt es hin und wieder eine ziemlich aufdringliche Bildsymbolik zu begutachten, vorzugsweise unter Verwendung von Sonne und Regenbogen. Auch einige wenige Szenen mit spirituellem Anstrich wollen nicht so richtig in den sonst auf Realismus bedachten Kontext passen und wirken deplatziert - wie auch so mancher missglückter CGI-Effekt.

Abgesehen davon macht The Flag of the Sun vieles richtig: der Film folgt streng den Regeln eines historischen Epos, wenngleich wirkliche Gänsehautmomente rar sind, besitzt das richtige Erzähltempo und kann sich von der Ausstattung her sehen lassen. Die fast unberührte Natur des taiwanesischen Landkreises Nantou wird imposant eingefangen, ebenso wie die blutigen Kampfszenen, in denen auch der ein oder andere Kopf rollen darf. Der Soundtrack verbindet klassische, epochale Themen mit der traditionellen Musik der Seediq.

Die Schauspieler sind exzellent besetzt und bis auf einige Ausnahmen auf japanischer Seite hervorragend. Große Stars sucht man vergeblich, nur einige lokale, taiwanesische Schauspielgrößen haben kleinere Gastauftritte, der Japaner Ando Masanobu darf die vielschichtigste Rolle bei den Kolonialherren bekleiden und macht seine Sache gut. Herausragendes gibt es aber unter den Seediq zu bewundern, die fast ausschließlich mit Laiendarstellern besetzt wurden. Lin Chi-tai als alternder Mouna Rudo zeigt eine beeindruckende Leistung und besitzt eine außerordentliche Leinwandpräsenz. Da Ching als junger Mouna Rudo hat das Zeug ein richtiger Actionstar zu werden, darf allerdings nur im Prolog glänzen.

Der erste Teil von Seediq Bale: The Flag of the Sun ist - abgesehen von ein paar kleinen Schönheitsfehlern - ein imposantes und interessanten Epos. Schauwerte gibt es einige, obwohl das Augenmerk eindeutig auf der Geschichte liegt. Die sehr guten Schauspieler, die liebevolle Ausstattung und die grandiose Natur machen den ersten Teil von Seediq Bale zu einem äußerst gelungenen und sehenswerten Film.



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