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asianfilmweb • Filme • Tokyo Fist (JP 1995)
FILMEJP • TOKYO FIST
TOKYO FIST

     JAPAN 1995

CAST & CREW
REGIE Shinya Tsukamoto
DARSTELLERShinya Tsukamoto, Kahori Fujii, Koji Tsukamoto, Naomasa Musaka, Naoto Takenaka, Koichi Wajima, Tomorowo Taguchi, Nobu Kanaoka

DVD/BD/HD/OST VERÖFFENTLICHUNGEN VOM FILM
DVD Tokyo Fist

DeutschlandRapid Eye Movies • FSK kJ •
 2,35:1 anamorph
 deutsch DD 5.1, japanisch DD 2.0
 deutsch
 Trailer, Musikvideo, Faltposter

WEITERE INFORMATIONEN
LAUFZEIT
87 Minuten

FILMINHALT
Der biedere Versicherungsvertreter Yoshiharu Tsuda begegnet nach Jahren seinem ehemaligen Klassenkameraden Takuji Kojima wieder. Eine Begegnung mit Folgen, denn die beiden Schulfreunde schworen einst gemeinsam Rache für ein Mädchen zu nehmen, dessen Ermordung sie hilflos mit ansehen mussten. Kojima machte sein Versprechen wahr und begann nach der Schule eine Laufbahn als Boxer, während Tsuda nichts mehr vom einstigen Schwur wissen wollte. Nach ihrem Zusammentreffen schleicht sich Kojima in Tsudas Leben und beginnt eine Affäre mit Tsudas Freundin Hizuru, die nach anfänglicher Zurückweisung bald dem rauen Charme des Boxers erliegt. Als Tsuda vor Hizurus Augen von Kojima verprügelt wird und sie ihn daraufhin verlässt, schwört der gedemütigte Schlipsträger auf Rache und nimmt selbst das Boxtraining auf. Aber auch die Beziehung zwischen Kojima und Hizuru läuft nicht rund, während Hizuru zusehends den dominanten Part innerhalb der Beziehung übernimmt und sich dem exzessiven Body-Piercing hingibt, verweichlicht der einst selbstbewusste Kojima immer mehr. Doch dann muss Kojima im Ring gegen einen Kontrahenten antreten, der schon den ein oder anderen Gegner ins Jenseits befördert hat...

FILMREZENSION VON ALEXANDER KOSCHNY
Was nach einer interessanten Story klingt, ist eigentlich nur schmückendes Beiwerk. Regisseur Shinya Tsukamoto, der hier neben seinem Bruder Koji Tsukamoto auch die Hauptrolle spielt, nutzt das Muster einer klassischen Dreiecksgeschichte für das Ausleben seines eigenen Fetisch. Tokyo Fist entstand direkt nach den beiden Tetsuo Teilen, in denen Tsukamoto seinem Metallfetisch frönte. Ein bisschen davon schwappte auch noch in Tokyo Fist über, vor allem in den harten Piercing Szenen oder dem treibenden Industrial Soundtrack. Doch das zentrale Thema dieses Filmes ist Fleisch, insbesondere das menschliche Gesicht. Die Gesichter des hervorragend agierenden Darsteller-Trios werden malträtiert, ramponiert und deformiert. Leider wirken die Gesichtsdeformationen hierbei dermaßen cartoonesk überzeichnet, dass sie oft eher lächerlich, da unrealistisch wirken, und ihre Schockwirkung grösstenteils verfehlen. Schlimmer ist noch, dass sich Tsukamoto im Verlauf des Films vollkommen in der Visualisierung seiner Fantasien zu verlieren droht. Die Handlung kommt beinahe zum Stillstand und auch die enorm dynamisch inszenierten Kämpfe wirken nach einer Weile ermüdend. Tsukamoto packt unglaublich viel an Symbolik in seinen Film, wenn seine Hauptfigur allein zwischen den Häuserschluchten Tokyos steht, treibt er die Stilisierung seiner Bilder auf die Spitze. Tsukamoto übt Gesellschaftskritik durch seine Bilder, Kritik an Vereinsamung, Gleichgültigkeit, Männlichkeits- und Jugendwahn, medialer Manipulation... doch dies alles verpufft weitgehend durch die hektische Inszenierung durch die Tsukamoto seine Kritik oberflächlich wie einen Videoclip abspult. Der Zuschauer, der aufgrund des Beginns des Films eine spannend erzählte Story über menschliche Abgründe erwarten konnte, bleibt dabei auf der Strecke, da der Regisseur in Anbetracht seines visuellen Overkills selbst den roten Faden zu verlieren scheint und seine Geschichte irgendwann ad acta legt. Was am Ende übrig bleibt, ist ein furios inszenierter, alles zermalmender 90-minütiger Gewaltakt. Man muss den Mut und die Konsequenz Tsukamotos anerkennen, der hier einmal mehr sein Ding durchzieht, ohne Rücksicht auf irgendwelche Konventionen. Originell ist Tokyo Fist, einzigartig sicher auch, zwar nicht inhaltlich, aber inszenatorisch. In der heutigen Kinowelt, in der der Grossteil der Produktionen aus Remakes und Superheldenverfilmungen besteht, mag dieses sprichwörtliche Frischfleisch für viele eine gelungene Abwechslung darstellen. Doch wer neben der stilistischen Innovation ein inhaltlich überzeugendes Drama erwartet, wird hier wohl enttäuscht werden.

FILMREZENSION VON LAGO
Wenn man sich die Story-Beschreibung von Tokyo Fist durchliest könnte man schon ein Action-Film mit dramatischen Ende wie bei Fight Club erwarten. Tsukamotos Film beginnt auch sehr storylastig, d.h. er nimmt sich Zeit für die Figuren Tsuda, Kojima und Hizuru und lässt eine ungewöhnliche Dreiecksbeziehung mit seltsamen Neigungen der Charaktere entstehen. Er packt unglaublich viel an Symbolik in seinen Film, was den Film visuell, experimentell und berauschend wirken lässt. Z.B. steht er selber als Hauptfigur oft allein zwischen den Schluchten der riesigen Hochhausblöcken, rennt über Brücken, im Hintergrund die gewaltigen Hochhäuser Tokyos, deren Spitze fast auf horizontaler Ebene mit der Sonne, deren Licht in das Bild der Kamera strahlt. Weitere beeindruckende Inszenierungen wären dann noch die Faustschläge, die auf den Zuschauer selbst zukommen und man erst später das Ergebnis im Gesicht des geschlagenen Protagonisten sieht. Zu Anfang des Films findet auch noch stellenweise ein Spiel mit den Farben und der Beleuchtung statt, später erscheint der Film eher in kalten Farben ab. Umso mehr der Film gen Finale kommt, desto nebensächlicher scheint die Story zu werden. Der Film wird härter und landet schließlich in einem blutigen und visuell offen inszenierten Ende. Großes Respekt hier an Shinya Tsukamoto, dafür dass er den Mut hat einen so unkonventionellen Film zu drehen und einfach sein Ding durchzuziehen. Ein Film für Fans des experimentellen Films mit jeder Menge Gewalt und tollen Kamerfahrten und bildschönen Aufnahmen der Stadt.



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