| "Slum Angel - In der Hölle der Lust" liest sich wie das aktuelle Who-is-who von Vivamax. Die Regie übernahm wieder einmal Roman Perez Jr. und in der Hauptrolle gibt es das VMX-Sternchen Aliya Raymundo zu sehen. Alle weiteren Beteiligten vor der Kamera könnte man aus anderen Werken des philippinischen Streaming-Anbieters kennen - stammen aber eher aus deren B- oder C-Riege.
Auch thematisch gibt es hier für Vivamax keinen Innovationspreis. Die Geschichte um eine junge Frau, die der Armut entkommen will und dafür in die Sexbranche einsteigt, wurde schon in unzähligen anderen Filmen des Streaming-Dienstes gezeigt und auch besser umgesetzt. Denn "Slum Angel" - oder "Kalakal" wie er im Original heisst - will hier für seine kurze Laufzeit sicherlich viel zu viel unterbringen. Rund die Hälfte der 70 Minuten ist nämlich für Sexszenen reserviert, die restliche Handlung wirkt eher halbgar. Eine wirkliche Botschaft - auch im Bezug auf die Schwangerschaft von Angel - gibt es eigentlich nur in sehr homöopathischen Dosen.
Immerhin ist das Setting recht überzeugend rübergebracht, das Leben auf der Müllhalde beziehungsweise in den Slums wirkt recht authentisch. Allerdings sorgt dies auch für einen gewissen Humor, vor allem bei einer der ersten Sexszenen in der das Knirschen der Plastikflaschen beinahe schon das Stöhnen der Figuren übertönt.
Wie auch schon bei "Kara - Verführung um Frauenknast" hätte ich mir hier tatsächlich ein bisschen mehr Laufzeit gewünscht, dann hätte es vielleicht auch in Sachen Dramaturgie geklappt. Auch wenn die Sexszenen ganz ordentlich sind, ist vor allem eine der Sequenzen gegen Schluss so an den Haaren herbeigezogen, dass es beinahe schon weh tut. Immerhin wird man währenddessen mit einer ganz netten musikalischen Untermalung verwöhnt - und ein paar attraktiven Damen. Gut ist dennoch anders.
Trotz der beiden grossen Namen und der eigentlich wichtigen Kritik an gesellschaftlichen Strukturen der Philippinen, ist "Slum Angel - In der Hölle der Lust" leider nur Durchschnittsware. |