| "Private Nurse - Die geheimen Leidenschaften einer Krankenschwester" klingt vom Titel her nach einem absoluten Klischee-Fest, ist aber in seiner Umsetzung gar nicht mal so verkehrt. Denn auch wenn man die recht überschaubare Handlung mal wieder auf eine Laufzeit von fast 120 Minuten aufbläst, gibt es kaum Leerlauf. So passiert immer wieder mal etwas Neues und daher verfolgt man mit Spannung, wie Audreys und Stans Affäre letztlich enden wird. Wer mit dem Schaffen von Vivamax vertraut ist, kann aber schon ahnen, in welche Richtung es sich bewegen wird und dass beide am Ende sicherlich nicht zusammen in den Sonnenuntergang fahren werden.
Ganz den Qualitäten des philippinischen Streaming-Dienstes entsprechend, sieht "Private Nurse - Die geheimen Leidenschaften einer Krankenschwester" - im Original übrigens als "Kapalit" bekannt - dann auch aus. Die Sets und das ganze Drumherum erstrahlen wie gewohnt im Hochglanz-Look und auch in den intimeren, zwischenmenschlichen Begegnungen geben alle Beteiligten ihr Bestes. Ich würde sogar soweit gehen und den Film als einen der Explizitesten von Vivamax überhaupt zu bezeichnen.
Während das Werk von Regisseur Carlo Alvares hier also punkten kann, leidet es aber auch wieder mal ziemlich unter einer typischen Vivamax-Schwäche - dem fehlenden schauspielerischen Talent. Denn auch wenn die drei Hauptfiguren schon für rund drei Dutzend Filme vor der Kamera standen, schwankt die Performance doch schon erheblich. Optik und Ausstrahlung gehen hier einfach vor und so muss man bei den Produktionen des Streaming-Anbieters schlichtweg damit leben, dass keiner der Beteiligten vermutlich mal einen grossen Preis gewinnen wird.
Aber wer Lust auf einen Film hat, der sexy und spannend sein soll, der kann "Private Nurse - Die geheimen Leidenschaften einer Krankenschwester" durchaus mal eine Chance geben. |