| Unter dem reisserischen Titel "Tortured - Dein letztes Date" erscheint die Vivamax-Produktion "Kolektor" nur wenige Monate nach ihrer Premiere nun auch im deutschsprachigen Raum. Dabei passt die Namensgebung hierzulande aber beinahe besser als der Originaltitel, denn bei dem Werk von Regisseur Carlo Alvarez handelt es sich um einen fiesen Thriller mit Anleihen aus dem Rape and Revenge-Genre. Während in den meisten Filmen dieser Art aber besonders die Opfer im Fokus der Erzählung stehen, verbringt "Tortured - Dein letztes Date" einen eben so grossen Teil seiner Laufzeit damit, die Geschichte rund um Täter Jessie zu erzählen. Doch obwohl man all seine fiesen Taten damit etwas begründen möchte, kann man keinerlei Mitgefühl mit ihm aufbauen. Dafür ist er von Minute 1 an einfach zu schmierig unterwegs und umgarnt die Damen mit Anmachsprüchen, die jedem Dating-Coach zu peinlich wären. In Sachen Dialogen beziehungsweise Text schiesst aber definitiv eine der jungen Frauen den Vogel ab, als sie von Jessies Genital schwärmt, das ihr beim Sex ja beinahe bis an die Lungen stossen würde. Wow!
"Tortured - Dein letztes Date" fällt im Gegensatz zu anderen Vivamax-Produktionen leider optisch etwas ab und wirkt im Grossteil seiner Sets sehr steril, kalt und detailarm. Immerhin hält man bei den Szenen, in denen sich Jessie beziehungsweise Bernard an den Frauen vergehen, nicht mehr ganz so mit der Kamera drauf und inszeniert diese auch maximal unangenehm. Das hat man in manch anderem Film des philippinischen Streaming-Anbieters leider auch schon anders gesehen.
Und auch wenn die Darsteller*innen nicht gerade viel schauspielerisches Talent zeigen und die Story in Teilen ein bisschen doof ist, wurde ich über die 97 Minuten eigentlich ganz gut unterhalten. Vor allem geht mir der Song aus dem Abspann nicht mehr aus dem Ohr!
Somit bleibt "Tortured - Dein letztes Date" ein guter Start ins deutschsprachige Vivamax-Jahr. Hoffentlich geht es so weiter! |