| Das Thema des Umgangs mit der LGBTQ+-Szene auf den Philippinen, fand sich ja schon häufiger in einigen Vivamax-Produktionen wieder. Gerade durch die starke christliche Prägung des Landes, gibt es doch immer noch viele Probleme für homosexuelle Menschen. Und das versucht auch "Violet" den Zuschauer*innen irgendwie nahe zu bringen. Doch für eine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Thema, bietet der Film nicht nur eine zu geringe Laufzeit, auch der starke Fokus auf die Sexszenen steht dieser im Wege.
Denn in seinen 71 Minuten geht es in "Violet" ganz schön zur Sache. Wie in den guten alten Pinku Eiga aus Japan, scheint man hier eine gewisse Quote an nackter Haut erfüllen zu wollen. Und so darf man Hauptdarstellerin Aliya Raymundo wirklich in allerlei erotischen Momenten beobachten - alleine beim Masturbieren im Bad, mit der besten Freundin zuhause oder zusammen mit dieser, ihrem Freund und einer weiteren Freundin in einer schier ausufernd langen Sexszene. Es geht ziemlich heiss her in "Violet", aber dadurch verliert der Film auch etwas von seiner Botschaft.
Zwar kommt immer wieder mal durch, dass die gläubige Mutter von Violet ihr den Spass im Leben verbieten will, aber wie tief diese Problematik wirklich in der Gesellschaft verortet ist, wird hier nicht deutlich. Immerhin ist der Vater ziemlich liberal und gibt sich Violets Gedankenwelt gegenüber sehr offen. Aber letztlich ist es vermutlich wie beim ähnlich gelagerten "Palitan" und man sollte nicht zu viel von so einem simplen Erotikfilm verlangen beziehungsweise erwarten.
Dennoch ist "Violet" sehr kurzweilig und kann mit seiner natürlichen Darstellung der Beziehungen überzeugen. Auch gefilmt ist der Streifen ziemlich ansprechend, vor allem bei den Sexszenen hat man sich einiges einfallen lassen. |